Warum keine Ökumene?

Was uns auch heute noch von Rom trennt

25 Thesen für die Reformation

von Lothar Gassmann · Aktualisiert 22. März 2017

Die Reformation: Ein Segen Gottes!

1. Die Christenheit dankt Gott für den großen Segen der Reformation: Soli Deo Gloria !

Johann Sebastian Bach – Weltweit bekannt für seine Signaturen: „Soli Deo Gloria“.

2. Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 war der Auslöser der Reformation, die schließlich zur Gründung der protestantischen Kirchen führte. Für die Christenheit erfüllte  sich damit ihre Losung: POST TENEBRAS LUX: Nach der Finsternis scheint (endlich) Licht.

Die Christenheit gedenkt der Reformatoren und der Märtyrer

3. Die Christenheit ehrt Martin Luther (trotz mancher Schwächen) als einen ihrer größten Führer und gedenkt seiner als Held des Glaubens und Begründer der Reformation (Heb.13.7).
4. Zum Reformations-Jubiläum gedenkt die Christenheit all der treuen Lehrer (1.Tim. 5,17)  und der Märtyrer (Phil. 2,29-30), die unter Einsatz ihres Lebens Vorboten und Wegbereiter der Reformation waren,  insbesondere Petrus Waldus, John Wyclif und Jan Hus.
5. Die Christenheit gedenkt auch der über 30 000 Menschen, die in den Jahren 1519 bis 1556 für ihren evangelischen Glauben hingerichtet wurden (Quelle: Martin Luther, 1992 Oncken-Verlag).

Die Reformation brachte Befreiung – nicht Spaltung

6. Das Nebeneinander einer evangelischen und einer katholischen Kirche wird von der  Welt als Spaltung wahrgenommen, denn sie kann nicht unterscheiden zwischen toter Religion und „lebendiger Hoffnung in Jesus Christus“ (1. Petr. 1,3). In Wirklichkeit aber verursachte der Protestantismus keine Spaltung der Christenheit, sondern brachte die seit Jahrhunderten ersehnte Befreiung der Kirche Christi vom römischen Papsttum. Deswegen sprach schon Luther „von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche Christi“.
7. Für die protestantischen Kirchen wäre die Annahme einer neuerlichen „ökumenischen“  Einheit mit Rom wie eine freiwillige Rückkehr in babylonische Gefangenschaft.

Ist Einheit nicht „Pflichtprogramm“ eines jeden Christen?

8. Die Gründung protestantischer Kirchen war keine Sünde gegen die Einheit der Kirche oder gegen Christi Gebot „… auf dass sie alle eins seien“(Joh. 17,21), sondern geschah im Einklang mit Gottes Wort: „Gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der HERR“ (2.Kor. 6,17). Also: Sondert euch ab vom Götzendienst und von aller falschen Lehre, wie z.B. Ablasshandel, Fegefeuer und Zölibat, mit denen Millionen von Menschen betrogen wurden.
9.
Protestanten, die eine „ökumenische“ Einheit mit Rom akzeptieren, stehen in Gefahr des endzeitlichen „Glaubensabfalls“, vor dem die Bibel ausdrücklich warnt. Wegen mangelnder „Liebe zur Wahrheit“ riskieren sie, von „kräftigen Irrtümern“ mitgerissen zu werden und schließlich „der Lüge zu glauben“ (siehe 2. Thess.2,3 und 10-12).

 Ohne Wahrheit kann es keine Einheit geben

10. Jesus Christus selbst ist die Wahrheit (Joh. 14,6), und die Wahrheit ist die Voraussetzung für die Einheit in Christus. In der Bibel gibt es nirgendwo die Parole:  „Einheit, Einheit über alles“, sondern Gott gebietet, wo es nötig ist, auch Trennung.
11.
Von Trennung als einem Gebot Gottes lesen wir in der Bibel: „Und eine Stimme vom Himmel sprach: Mein Volk, gehet aus von ihr“ (Offb. 18,4), hinaus aus der „großen Stadt, die die Könige der Erde beherrscht“ (Offb. 17,18): Rom?
und „betrunken ist vom Blut der Christen“ (Offb. 17,6): Rom?
 und „ihren Sitz am Ort der 7 Hügel hat“ (Offb. 17,9): Rom?
In einer katholischen Bibel wird bestätigt, dass sich die Ortsangabe von den 7 Hügeln „ohne jeglichen Zweifel“ auf Rom bezieht (Edition Paulinas, Barcelona / Spanien).

Was ist denn christliche Einheit?

12. Die ersten Christen in Jerusalem lebten vorbildlich gemäß dem Gebot Jesu: „… auf dass sie alle eins seien“ (Joh.17.21). Wir lesen von ihnen in Apg.4.32: „Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele„. Sie waren also eines Sinnes, einmütig und einhellig, und „durch Demut achtete einer den anderen höher als sich selbst“ (Phil. 2,3).

Diesem Beispiel christlicher Einheit sollten alle Christen nacheifern!

13. In Jesu Gebot: „… auf dass sie alle eins seien“ ist aber keine Rede von kirchlichen Dachverbänden  oder gar von einer Welteinheitskirche – im Gegenteil: Aus der Bibel ersehen wir, dass jede einzelne Gemeinde ihren eigenen Platz, ihren eigenen „Leuchter“, vor dem HERRN hat (Offb. 1,20). Es gibt keine „Christliche Allianz von Kleinasien“. Die Schaffung einer von  Menschen organisierten Welteinheitskirche entspricht nicht Gottes Plan für „die kleine Herde Christi“ (Lukas 12,32), sondern dient den Zielen antichristlicher Vereinnahmung.

Ist das heutige Papsttum nicht positiv verändert?

14. Für Christen ist es verhängnisvoll, Gottes Wort nicht ernst zu nehmen. In Mt. 7,18 lehrt der HERR, dass „ein schlechter Baum“ (so wie der Baum „mittelalterliches Papsttum“ mit  all seinen „Früchten“ schrecklichster Christenverfolgungen) niemals gute Früchte hervorbringen kann. Deshalb fragt man sich: Wie ist es nur möglich, dass trotz dieser klaren Worte Jesu viele Christen unserer Zeit dem Papsttum zujubeln ?
15. Die Bibel kennt gar kein Papsttum – im Gegenteil: Jesus Christus warnt ausdrücklich vor denen, die sich „an Christi Stelle setzen“ (Mt. 24,5). Es ist eine Tatsache, dass sich vom Papsttitel „Stellvertreter des Sohnes Gottes“ (lat. VICARIVS FILII DEI) die Zahl 666 errechnen lässt, also die in der Bibel angezeigte Zahl des „ersten Tieres“ (Offb. 13,18). Gottes Wort sagt ausdrücklich, dass man diese Zahl mit „Weisheit und Verstand“ überlegen soll. Im Griechischen haben die Worte „Stellvertreter Christi“ dieselbe Bedeutung wie „Anti-Christ“, also der, der sich an die Stelle von Christus setzt.
16. Rom hat die Reformation heftig bekämpft und keine einzige Irrlehre korrigiert – im Gegenteil: Die falschen Dogmen wurden befestigt und im Laufe der Zeit noch weitere hinzugefügt. Entgegen dem Gebot Gottes (Sprüche 30,6) „Tue nichts hinzu zu Seinen Worten“ hat die römische Kirche im Jahr 1564 die sogenannten „Apokryphen“ der Bibel beigefügt. Im Jahr 1854 kam das Dogma von der „unbefleckten Empfängnis Marias“ hinzu. Seit 1871 wird die „Unfehlbarkeit des Papstes“ behauptet und seit 1950 die „Himmelfahrt Marias“. Neuerdings bekunden die Päpste sogar ihre Verbundenheit mit dem Islam, obwohl dieser die Gottessohnschaft Jesu verleugnet. Auch daran können Christen aufs Deutlichste erkennen, dass der Papst unmöglich Christi Stellvertreter sein kann.

Ist nicht Petrus der Fels, auf dem die Kirche Christi gegründet ist?

17. Die Heilige Schrift bezeugt klar: „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der schon gelegt ist, welcher ist JESUS CHRISTUS“(1.Kor.3.11). Der Name Petrus bedeutet ja nur „ein Stein“ und nicht „ein Fels“. Petrus selbst weist von sich weg und lehrt, dass Christus der Eckstein und der Fels ist, auf dem die Kirche gegründet ist (1.Petr. 2,6-8).
18. Laut § 30 des katholischen Kirchenrechts lautet die Anrede des Papstes: „Heiliger Vater“ (lat. sogar: Sanctissimus Pater). Jesus aber gebietet (Mt. 23,9): „Ihr sollt niemand Vater nennen  auf Erden“ (oder gar Heiliger Vater), denn Gott allein ist „Heiliger Vater“(siehe Joh. 17,11). Darum betet die Christenheit: „Unser Vater, der du bist im Himmel“ (nicht in Rom!).

Jesus Christus, das einzige Haupt der Christenheit
19. Laut § 30 des katholischen Kirchenrechts beansprucht der Papst „oberste Gewalt göttlichen Rechtes als oberster Gesetzgeber und oberster Richter.“ Die Heilige Schrift aber sagt, dass Jesus Christus das Haupt der Christenheit ist (Eph. 5,23). Der Papst kann also unmöglich als Oberhaupt gelten, denn die Kirche Christi ist kein Monster, das zwei Häupter hat! Deshalb halten die protestantischen Kirchen am Grundsatz der Reformation fest: SOLUS CHRISTUS (allein Christus!).
20. Laut §30 des katholischen Kirchenrechts beansprucht der Papst „höchste Lehrautorität in Glaubensfragen“. Jesus dagegen lehrt: „Nur einer ist euer Meister, Christus“ (Mt. 23,8). Deshalb hält die Christenheit fest am Grundsatz der Reformation: Die Heilige Schrift ist einzige Autorität für den christlichen Glauben: SOLA SCRIPTURA (allein die Heilige Schrift!).

Ein letztes Warnsignal

21. Klar sind Jesu Worte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater  außer durch Mich!“(Joh.14.6). Aber anfangs des Jahres 2016 behauptete der angebliche „Stellvertreter Christi“ das Gegenteil von Christi Lehre und verkündete: Die Menschen der verschiedenen Religionen würden  „auf unterschiedliche Weise Gott suchen und finden“, denn „alle Menschen seien Kinder Gottes.“ Mit dieser päpstlichen Erklärung ist allen Gläubigen noch einmal ein deutliches Warnsignal gegeben vor einer „ökumenischen“ Einheit mit Rom. Christenheit, wache auf!

Jesus Christus, der einzige Weg zum Heil

22. Solange die Menschen im Widerstand gegen Gott leben und Seine Gebote missachten, können sie unmöglich Kinder Gottes heißen, denn es ist Gottes Wille und Gebot für alle Menschen, „zu glauben an den Namen Seines Sohnes Jesus Christus „(1.Joh. 3,23).
23.
Gottes Kinder werden all jene Menschen, die durch Christi Erlösungswerk am Kreuz die Vergebung ihrer Schuld erlangt haben und dadurch mit Gott versöhnt sind. Gott will, „dass allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim. 2,4). Deshalb hält die Christenheit fest an Jesu Missionsauftrag und sagt: „An Christi statt bitten wir alle Menschen: Lasset euch versöhnen mit Gott!„(2.Kor. 5,20), denn:“ Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darin wir selig (gerettet) werden“ als allein der Name Jesus Christus (Apg.4.12).

Auch katholische Christen sind zur Freiheit berufen

24. Allen katholischen Christen, „die unseren HERRN Jesus Christus liebhaben“ (Eph. 6,24), gilt Gottes Wort aus Gal. 5,13: „Ihr seid zur Freiheit berufen!“ Wie lange wollt ihr in römischer Gefangenschaft bleiben und euch der „Lehre der Kirche“ anvertrauen,  anstatt das Heil in der „Lehre der Heiligen Schrift“ zu suchen? Der HERR Jesus Christus lehrt ausdrücklich:“ So ihr bleiben werdet an meiner Rede, werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8,31-32).

Maranatha! Unser HERR kommt!

25. In Jesus sind der Christenheit „die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt“ (2.Petr. 1,4). Die Gläubigen sind gerufen, „den Namen des HERRN nicht zu verleugnen und Sein Wort zu bewahren“ (Offb. 3,8). So gilt allen Christen die Ermutigung: „Seid fest und unbeweglich und nehmt immer zu in dem Werk des HERRN“ (1.Kor. 15,58), denn Christus spricht: „Siehe, Ich komme bald!“ (Offb. 3,11) Maran atha!

Ein wichtiger Hinweis:

Schon vor Jahren wurde von „Rom“ (Kardinal Kasper) angekündigt, die kirchliche Einheit „käme ähnlich überraschend wie der Fall der Berliner Mauer“. Es muss also damit gerechnet werden, dass ein Dokument über die „Herstellung der vollen Kircheneinheit“ (natürlich unter dem Papst) unterzeichnet werden soll. Deshalb gilt der Ruf an alle Christen: Bitte helft mit, dass diese Thesen vervielfältigt werden und überall Verbreitung finden. Auch sollten sie in andere Sprachen übersetzt werden! Es geht darum, den vielen verunsicherten Christen- und auch allen ernsthaften Katholiken – in diesen endzeitlichen Herausforderungen geistliche Hilfe zu bieten. Der Apostel Paulus mahnt (Eph.5.16):

„Kaufet die Zeit aus, denn es ist böse Zeit !“

In einem Wort vom englischen Pastor C. H. Spurgeon (1869) heißt es:

„Das Evangelium von Jesus Christus wird weder mit dem Unglauben noch mit dem Papsttum jemals gemeinsame Sache machen. Es kann mit dem Irrtum nicht in Einheit leben und sich niemals mit dem Götzendienst verbünden.“

Die 25 antiökumenischen Thesen dürfen kopiert werden oder können bestellt werden bei: Protestantischer Verein Kirche und Glaube, Laubeggstr. 5, CH-9220 Bischofszell, Schweiz, Email: info@pvkg.ch

Verfasser: Missionar Manfred Kämpf, Wetzikon / Schweiz und Peru

Bearbeitung: Dr. Lothar Gassmann, Pforzheim / Deutschland

Quelle: DER SCHMALE WEG Nr. 2 / 2017